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Samstag, 15. August 2020

Windräder.

  Mammendorf in Bayern

aus süddeutsche.de, 7. 3. 2018                                                                                                                    aus Geschmackssachen

...Viele Menschen befürworten die Energiewende zwar grundsätzlich, lehnen aber die zwangsläufig damit ver-bundenen Veränderungen im Landschaftsbild, etwa durch den Bau von Windrädern, vehement ab. Oft sind sogar Mitglieder von Bürgerinitiativen gegen geplante Windparks, die überall in Deutschland zu Hunderten gegründet wurden, grundsätzlich für den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien. In Leserbriefen und auf Veranstaltungen, auf Flugblättern und auf Internetseiten betonen die Aktivisten immer wieder: Nein zu Windrädern in der Nachbarschaft - aber Ja zur Energiewende. Vielerorts konnten sie den Bau neuer Windparks verzögern oder sogar verhindern. Ein typisches Beispiel für "Not in my backyard"-Egoismus?

wo?

Für Matthias Groß, Leiter der Abteilung Stadt und Umweltsoziologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltfor- schung in Leipzig, greift diese Erklärung zu kurz. "Hier wirken tief sitzende kulturelle Muster. Der Ablehnung liegt ein Naturbegriff zugrunde, der sich nicht mit Windrädern verträgt", sagt der Wissenschaftler. Das Verständ- nis von Landschaft ist hierzulande stark durch die Romantik geprägt, das Ideal sind vorindustrielle Bilder. Tech- nik passt dort nicht hinein. "Gerade wenn es um so grundlegende Themen wie die Energieversorgung einer Ge- sellschaft geht, ist die Akzeptanz von Veränderungen immer auch eine kulturelle Frage", meint Groß. Paradoxer- weise liegt aber genau hier auch ein wesentlicher Grund dafür, dass eine sehr große Mehrheit der Deutschen den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien immer noch befürwortet. "Die Grundhaltung ist: Die Energie-wende macht Schluss mit der Ausbeutung von Mutter Natur", sagt der Helmholtz-Forscher. ...

 Lippeauen bei Sonnenaufgang

Nota. - Als ich ganz jung war, habe auch ich fotografiert; gern auch Landschaften. Da habe ich mich dann immer so gedreht, dass die Strommasten nicht mit ins Bild kamen. Die ha-ben gestört. Überhaupt habe ich unterschieden: entweder Landschaft oder Menschenwerk.

Wenn ich unterwegs bin, achte ich auf die Landschaft. Seit zehn Jahren sammle ich Land-schaftsbilder im Netz, nicht ganz solange schreibe ich in diesem Blog über Landschaftsma-lerei. Inwischen speicher ich auch Landschaften mit Strommasten und Hochspannungslei-tungen auf meiner Festplatte. Manchmal kommen die mir vor wie Salz oder selbst Pfeffer-körner in der Suppe.


An einigen Stelle fand ich inzwischen auch Windräder gar nicht so unpassend. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Man könnte ins Gesetz schreiben, dass Windräder nur da ge-baut werden dürfen, wo sie geschmacklich hinpassen. Ich glaube aber, damit wäre kein Problem gelöst und kein Streit vermieden; hab ich Recht?  JE

Ober-Erlenbach bei Frankfurt a. M.

Nota - Die obigen Bilder gehören mir nicht, ich habe sie im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und ihre Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Ihre Nachricht auf diesem Blog JE

Donnerstag, 30. Juli 2020

Windräder.

FAZ     zu Geschmackssachen

Ich weiß nicht, ob ich da wohnen wollte. Doch ästhetisch gesehen, ist das obige Foto ein Bild. Ohne die Windräder wäre es das nicht.

Als ich als junger Mensch meinen ersten Fotoapparat bekam, habe ich alle Motive vermieden, auf denen Land-schaft von menschlichen Zutaten profaniert wurde. Strommaste waren mir ein Gräuel. Inzwischen habe ich Bilder gesehen, die durch die Masten überhaupt erst ansehnlich werden. Und wie Sie oben sehen, ist das mit Windrädern nicht anders. Es braucht vielleicht nur noch ein bisschen Zeit.




Donnerstag, 12. Mai 2022

Die Ästhetik von Stromleitungen.

   
aus süddeutsche.de, 7. 3. 2018                                Mammendorf in Bayern                                                           zu Geschmackssachen,

...
Viele Menschen befürworten die Energiewende zwar grundsätzlich, lehnen aber die zwangsläufig damit verbundenen Veränderungen im Landschaftsbild, etwa durch den Bau von Windrädern, vehement ab. Oft sind sogar Mitglieder von Bürgerinitiativen gegen ge-plante Windparks, die überall in Deutschland zu Hunderten gegründet wurden, grundsätz-lich für den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien. In Leserbriefen und auf Ver-anstaltungen, auf Flugblättern und auf Internetseiten betonen die Aktivisten immer wieder: Nein zu Windrädern in der Nachbarschaft - aber Ja zur Energiewende. Vielerorts konnten sie den Bau neuer Windparks verzögern oder sogar verhindern. Ein typisches Beispiel für "Not in my backyard"-Egoismus?


Viele Bürger befürworten erneuerbare Energien, lehnen aber den Bau von Windparks ab


Für Matthias Groß, Leiter der Abteilung Stadt und Umweltsoziologie am Helmholtz-Zen-trum für Umweltforschung in Leipzig, greift diese Erklärung zu kurz. "Hier wirken tief sitzende kulturelle Muster. Der Ablehnung liegt ein Naturbegriff zugrunde, der sich nicht mit Windrädern verträgt", sagt der Wissenschaftler. Das Verständnis von Landschaft ist hierzulande stark durch die Romantik geprägt, das Ideal sind vorindustrielle Bilder. Technik passt dort nicht hinein. "Gerade wenn es um so grundlegende Themen wie die Energie-versorgung einer Gesellschaft geht, ist die Akzeptanz von Veränderungen immer auch eine kulturelle Frage", meint Groß. Paradoxerweise liegt aber genau hier auch ein wesentlicher Grund dafür, dass eine sehr große Mehrheit der Deutschen den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien immer noch befürwortet. "Die Grundhaltung ist: Die Energiewende macht Schluss mit der Ausbeutung von Mutter Natur", sagt der Helmholtz-Forscher. ...

 Lippeauen bei Sonnenaufgang

Nota. - Als ich ganz jung war, habe auch ich fotografiert; gern auch Landschaften. Da habe ich mich dann immer so gedreht, dass die Strommasten nicht mit ins Bild kamen. Die ha-ben gestört. Überhaupt habe ich unterschieden: entweder Landschaft oder Menschenwerk.


Wenn ich unterwegs bin, achte ich auf die Landschaft. Seit zehn Jahren sammle ich Land-schaftsbilder im Netz, nicht ganz solange schreibe ich in diesem Blog über Landschafts-malerei. Inzwischen speicher ich auch Landschaften mit Strommasten und Hochspan-nungsleitungen auf meiner Festplatte. Manchmal kommen die mir vor wie Salz in der Suppe
oder selbst Pfefferkörner.

An einigen Stelle fand ich inzwischen auch Windräder gar nicht so unpassend. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Man könnte ins Gesetz schreiben, dass Windräder nur da ge-baut werden dürfen, wo sie geschmacklich hinpassen. Ich glaube aber, damit wäre kein Pro-blem gelöst und kein Streit vermieden.

Ober-Erlenbach bei Frankfurt a. M.

JE, 8. 3. 18

 






 

 

 

 

 

 

 

 



 

















 

 

 

 

 

 

  

Ach, Sie haben ja Recht: Ein  Fotograf hält Ausschau nach dankbaren Motiven. Die Nach-barn haben aber täglich ganz was anderes vor Augen.

Ein Bundesamt für strittige ästhetische Fragen haben wir aber nicht. Ich denke, wir könnten auch keins gebrauchen. Es muss immer alles an Ort und Stelle entschieden werden, und da gibt es nunmal Zoff.

PS. Knarren die Dinger, bedrohen sie die Vogelwelt? Das sind sachliche Gesichtspunkte. Aber sie dürfen nicht mit ästhetischen oder sentimentalen Motiven vermengt werden, denen sie als Vorwand dienen.
JE