Dem logischen Prinzip der Gattungen, welches Identität postuliert, steht
ein anderes, näm-lich das der Arten entgegen, welches Mannigfaltigkeit
und Verschiedenheiten der Dinge, un-erachtet ihrer Übereinstimmung unter
derselben Gattung, bedarf, und es dem Verstande zur Vorschrift macht,
auf diese nicht weniger als auf jene aufmerksam zu sein.DieserGrundsatz(der Scharfsinnigkeit, oder des Unterscheidungsvermögens)
schränkt den Leichtsinn des er-steren (des Witzes) sehr ein, und die
Vernunft zeigt hier ein doppeltes, einander widerstrei-tendes Interesse,
einerseits das Interesse des Umfanges (der Allgemeinheit) in Ansehung der Gattungen, andererseits des Inhalts (der Bestimmtheit), in Absicht auf die Mannigfaltigkeit der Arten, weil der Verstand im ersteren Falle zwar viel unter seinen Begriffen, im zweiten aber desto mehr in denselben
denkt.
Auch äußert sich dieses an der sehr verschiedenen Denkungsart
der Naturforscher, deren einige (die vorzüglich spekulativ sind), der
Ungleichartigkeit gleichsam feind, immer auf die Einheit der Gattung
hinaussehen, die anderen (vorzüglich empirische Köpfe) die Natur
un-aufhörlich in so viel Mannigfaltigkeit zu spalten suchen, daß man
beinahe die Hoffnung auf-geben müßte, ihre Erscheinungen nach allgemeinen
Prinzipien zu beurteilen. ______________________________________________________________________Kant, Kritik der reinen Vernunft, A 654/B 682
Der Witz ist der Finder (finder) und der Verstand der Beobachter. ______________________________________________________________________Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft J, N° 1288
Wenn Scharfsinn ein Vergrößerungsglas ist, so ist Witz ein Verkleinerungsglas. Glaubt ihr denn, dass sich bloß Entdeckungen mit Vergrößerungsgläsern
machen ließen? Ich glaube mit Verkleinerungsgläsern, oder wenigstens
durch ähnliche Instrumente sind wohl mehr Entdeckungen gemacht worden. __________________ ders., Heft D, N° 465
Wenn es erlaubt ist, den Weg des Denkens als einen einzigen, in sich ununterschiedenen und stetigen systemischen Prozess aufzufassen, dann ist es auch statthaft, ihn außerhalb und jenseits der Zeit, a-chronisch, als einen einzigen Moment anzusehen. Im Modell geschieht alles immer und nie. Und ist es erlaubt, wie Fichte es tut, die Vernunft als auf einmal und "mit einem Schlag" gegeben zu denken.
Gerade, weil sie in der Wirklichkeit eine halbe Ewigkeit brauchte, um zu sich selbst zu kom-men - und die Ewigkeit brauchen wird, um an ein Ziel zu gelangen,
Nota - Das
obige Bild gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie
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Mit Pracht und Prunk hat die Evolution nie gegeizt. Schon
Urzeitgeschöpfe wussten die Macht der Farben für sich zu nutzen. Doch
warum ist unsere Tier- und Pflanzenwelt so bunt? Eine kleine Farbenlehre
der Natur – als Lichtblick an einem Silvester ohne Spektakel am
Nachthimmel.
Von Roland Knauer
Ein
buntes Feuerwerk der Farben, so soll ein Silvesterabend ausklingen.
Doch pandemiebedingt wird das in diesem Jahr nur auf Sparflamme
stattfinden können. Zeit, sich daran zu erinnern, woher die Natur ihre
Farbpalette hat, und warum Tiere und Pflanzen sich schon seit
Jahrmillionen mit prächtigen Farben schmücken. Eigentlich ist die Natur
eher gedeckt unterwegs, denn wer in der Wildbahn überleben will, der
sollte eher Tarnmuster bevorzugen.
Doch in manchen Bereichen trumpfen Lebewesen mit bunten, manchmal sogar schrillen Farben auf. Vögel wie die Kolibris
etwa, die nicht nur selbst ein Faible für buntes Gefieder haben,
sondern auch von Pflanzen mit bunten Blüten angelockt werden, denen sie
als fliegende Fortpflanzungshelfer dienen. Ihr Leben ist ein einziger
Farbenrausch.
Doch nicht nur bei den Vögeln schmücken sich viele Arten mit bunten Federn. Bereits die sogenannten Trilobiten
nutzten Farben – allerdings nicht um zu imponieren, sondern vor allem,
um sich vor Feinden zu schützen. Diese Organismen gehörten wie die noch
heute lebenden Insekten, Spinnen und Krebse
zu den Gliedertieren und wanderten meist über den Meeresgrund, konnten
aber mit ihren Beinen auch durchs Wasser paddeln. Dabei schützte ein mit
dem Mineral Calcit verstärkter, farbig gemusterter Panzer ihren Rücken.
Trilobiten
tauchten bereits vor 520 Millionen Jahren in den damaligen Ozeanen auf
und verschwanden mit dem größten bekannten Artensterben vor rund 252
Millionen Jahren wieder vom Globus. Vor gut 400 Millionen Jahren wurden
die Tarnfarben ein weiteres Mal entdeckt: Die Kalkschale der Ammoniten
war gemustert und schütze die Tiere so vor ihren Feinden. Diese
Lebewesen, die genau wie die Tintenfische der heutigen Ozeane zu den Kopffüßern gehören, verschwanden vor 66 Millionen Jahren gemeinsam mit den Dinosauriern.
Von
all diesen Tarnfarben weiß die Wissenschaft heute nicht viel. Denn die
Tiere sind ausgestorben, und mit ihnen ging das Geheimnis ihrer Farben
verloren: Bunte Pigmenten sind wenig beständig, an ihnen nagt der Zahn
der Zeit besonders heftig. Spuren von Carotinoiden,
also fettlöslichen Pigmenten, die auch heutzutage in Tieren und
Pflanzen vorkommen, lassen sich daher kaum in Fossilien nachweisen. Ob
die Vorzeit also tatsächlich vornehmlich grau war – bis heute kann
keiner das mit Sicherheit sagen.
Viel besser überstehen dagegen
Melanine die Jahrmillionen. Das liegt daran, dass Wirbeltiere im Laufe
der Evolution diese Farbstoffe mit einer Membran einhüllen. So
entstandenen spezielle Organellen, die runden oder ovalen „Melanosomen“.
So existieren sie heute bei vielen Tieren, auch die Haut der Menschen
bräunt sich dank der Melanosome in der Sonne – oder sind sogar dauerhaft
dunkel gefärbt.
Die Farben der Vergangenheit
Die Geschichte der Melanosome haben die Forscher Gerald Mayer vom Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt am Main und Jakob Vinther von der Universität Bristol
untersucht. Sie fanden die kleinen Farborganellen bei den Überresten
eines 130 Millionen Jahre alten Dinosauriers. Die Melanosomen waren bei
dem Psittacosaurus, der etwa die Größe eines Hundes hatte, so
angeordnet, dass das Raubtier mit einem relativ hellen Bauch und einem
dunklen Rücken durch den Urwald auf dem heutigen Gebiet Chinas lief.
„Diese
Konterschattierung tarnt aber auch in unserer Zeit viele im düsteren
Licht des Waldes lebende Arten hervorragend“, erklärt der
Vogel-Evolutionsforscher Gerald Mayr. Die Psittacosaurier nutzten für
diese Tarnung also einen physikalischen Effekt: Ihre kugel- oder
eiförmigen Melanosomen lassen die Haut dunkel erscheinen. Genau der
gleiche Effekt verleiht auch vielen Vogelfedern ihren dunkelbraunen und
oft gut tarnenden Grundton. Solche Federn kann man sich wie einen
winzigen Baum vorstellen, aus dessen Stamm Äste und feine Zweige
wachsen. So gehen vom Schaft der Feder kleine Äste ab, aus denen die
Federstrahlen ragen.
Am Gefieder des Temmincktragopans, einem farbenfrohen Vertreter aus der
Familie der Fasanenartigen, kann man den Aufbau von Federn gut erkennen
In
diesen sitzen wiederum die Melasonomen, die der Feder die dunkle Farbe
geben. Dort können sich aber auch andere Farbstoffe wie Carotinoide
befinden, die die Lichtstrahlen bestimmter Farben absorbieren. Das
Zusammenspiel der physikalischen Effekte und Farbpigmente gibt den
Federn dann ihre typischen Farben und färbt etwa Pirol-Männchen vom Kopf
über den Bauch bis zum Schwanz leuchtend gelb. Aber auch die knallroten
Federn an der Unterseite des Buntspecht-Schwanzes verdanken ihrer Farbe
Carotinoiden.
.
Verschiedene
Papageien-Arten wiederum haben in ihren Federn winzige Luftbläschen. An
diesen streut das Licht und lässt so einen blauen Ton entstehen. Manche
Arten nutzen auch noch ein gelbes Pigment und erhalten so Federn, in
denen sich Blau und Gelb zu einem satten Grün mischen. Auch Kolibris
haben häufig grüne Federn, die das Gefieder allerdings zusätzlich
metallisch schimmern lassen. „Nur nutzen sie eine andere Gruppe von
Melanosomen, die eher winzigen Würstchen oder Rollen ähneln“, erklärt
Gerald Mayr. Auch Metallic-Farben sind also keine Erfindung der Neuzeit,
sondern ein altes Erbe der Vogelwelt.
Eine
Calciavis grandei genannte Vogelart, die vor 52 Millionen Jahren im
heutigen US-Bundesstaat Wyoming lebte, hatte lange und schmale
Melanosome, die unter einem Rasterelektronenmikroskop einer
Miniatur-Bohne ähneln. Höchstwahrscheinlich dürften diese Vögel also
ebenfalls kräftig schillernde Federn gehabt haben. Sie gehören übrigens
ebenso wie die heute lebenden Kasuare mit ihren metallic-blau-schwarzen
Federn oder wie die neuseeländischen Kiwis zu den Straußenvögeln. Deren
Entwicklung hat sich bereits vor hundert Millionen Jahren vom großen
Rest der Vogelwelt abgespalten. Die Natur scheint solche Schillerfarben
bereits vor dieser Abspaltung erfunden zu haben, da sie auch in anderen
Vogelgruppen vorkommen.
Nur lassen sich Farben in Fossilien
dieses Alters, wie das Beispiel der Trilobiten zeigt, leider kaum
nachweisen. „Einige Dinosaurier und die aus Sicht der Evolutionsbiologie
zu ihnen gehörenden Vögel können also ähnlich wie etliche heute lebende
Vogelmännchen durchaus bunte Hautstrukturen gehabt haben“, meint Gerald
Mayr. „Welcher genaue Farbton das war, lässt sich aber oft kaum
nachweisen, und die bunten Farben einiger Dino-Darstellungen bleiben
daher meist Spekulationen.“ Für die jedoch die Evolutionstheorie
plausible Gründe liefert - denn es geht vor allem um Kommunikation.
Farben als Kommunikationsmittel
Selbst
Laien fällt auf, dass viele Vogelmännchen mit bunten Federn protzen,
während bei Säugetieren sowohl Männchen als auch Weibchen oft ein
schlicht gefärbtes Fell bevorzugen. Dabei haben auch Säuger Melanosomen
in ihren Haaren. Ein Grund für diesen Unterschied könnte das Sehvermögen
der Tiere sein. So haben Vögel und einige andere Wirbeltiere in ihren
Augen meist vier unterschiedliche Typen von Farb-Rezeptoren, mit denen sie buntes Gefieder sehr detailliert wahrnehmen können.
Menschen und Affen
besitzen den Rezeptor für ultraviolettes Licht nicht und sehen die Welt
daher wesentlich weniger bunt als Vögel. Da in den Augen der meisten
anderen Säugetiere auch noch der für Rot zuständige Farbrezeptor fehlt
und so nur die Rezeptoren für Grün und Blau übrig sind, nehmen sie
Farben gar nicht wahr. Aus den Augen eines Vogels ist die Sicht der
Säuger ein tristes Trauerspiel.
Das heißt aber auch, dass Vögel
mit einem bunten Gefieder untereinander viel mehr anfangen können als
Säugetiere mit einem farbigen Fell. Kleine Nagetiere und viele andere
Säuger verzichten daher weitgehend auf Farben. Sie setzen, wie Tiger und Zebras
demonstrieren, allenfalls auf Muster. Bei Vögeln hingegen rentiert sich
die Pracht der Farben. Vor allem die Männchen nutzen ein buntes
Gefieder, um Weibchen ihre Fitness zu demonstrieren oder um Nebenbuhler
zu beeindrucken und zum Rückzug zu bewegen. Die bunten Federn der
Vogelwelt haben also eine ähnliche Funktion wie das große, aber meist
braun getarnte Geweih vieler Hirsch-Arten.
Das
überlegene Farbensehen der Vögel beeinflusst die Evolution aber nicht
nur innerhalb der Art, sondern auch in der gesamten Umwelt. „So leben
viele Vögel in Bäumen und Büschen und fressen dort Früchte und
Insekten“, erklärt Gerald Mayr und weist damit auf einen wichtigen
Zusammenhang hin. Werden Früchte wie die Kirschen rot, entdecken die
Vögel sie leichter, fressen bevorzugt diese farbigen Früchte und
verbreiten so deren Samen, die sie mit ihrem Kot oft einige Kilometer
weiter ausscheiden. Mit der Zeit setzen sich Pflanzen mit Früchten in
solchen Signalfarben immer mehr durch. Einen ähnlichen Evolutionsdruck
haben wohl auch Affen ausgeübt, die Farben ebenfalls relativ gut sehen:
Viele Arten leben in den Bäumen und fressen bevorzugt Früchte, die durch
ihre intensive Farbe leicht zu finden sind.
Ähnlich
beeinflusst wohl auch die gute Farbwahrnehmung der Kolibris das
Aussehen der von ihnen gesuchten Blüten. Dort finden die kleinen Vögel
nicht nur energiereichen Nektar, den sie für ihren immer
energiehungrigen Organismus benötigen, sondern tragen auch Pollen von
einer Blüte zur nächsten und unterstützen so die Vermehrung der
Pflanzen. „Im Laufe der Evolution entwickelten von Kolibris besuchte
Blüten meist rote oder orange Farben, während etwa die von den weniger
gut Farben sehenden Fledermäusen bestäubten Blüten oft weiß sind“,
erklärt Gerald Mayr eine weitere Theorie.
Insekten reagieren auf
hungrige Vögel dagegen eher mit Tarnung. Es sei denn, sie warnen ihre
gefiederten Feinde mit leuchtend gelben Streifen vor ihrem Gift. Wobei
manche Insekten mit dieser Warnfarbe nur Giftigkeit vortäuschen. Solche
Warnungen nutzen übrigens nicht nur Insekten, sondern auch Amphibien wie
zum Beispiel Pfeilgiftfrösche,
Gelbbauchunken oder Feuersalamander. Auch sie zeigen durch intensive
Farben, dass sie giftig oder zumindest ungenießbar sind. Die Natur hat
also im Gegensatz zum Menschen triftige Gründe für ein buntes Feuerwerk
der Farben. Wir können im besten Fall unseren Nachbarn zeigen, was für
einen tollen Farbenzauber wir uns zu Silvester leisten können.
Zumindest, wenn die Knallerei wieder möglich ist.
Nota. - Das ist gut gemeint und unterhaltsam zu lesen: dass die Farben der Tiere hier mal diesen, dort mal jenen evolutionsbiologischen Zweck erfüllen. Wissenschaftlich interes-santer sind aber die Färbungen (und Gestalten) jener Tiere, bei denen ein solcher Zweck eben nicht iden-tifizierbar ist. Adolf Portmann hat dafür seinerzeit eine ganze Reihe von Beispielen gesammelt.* Er nimmt sie zum Anlass, 'der Evolution' eine Neiguung zur "Hy-pertelie" zuzuschreiben: ein tendenzielles Über-das Ziel-hinaus-Schießen; denn je vielfältiger die Auswahl von Varianten, umso effektiver das Spiel der Selektion.
Das
diskursive Denken geschieht in Stufen. Begriffe werden durch logische
Operationen zu einander in ein Verhältnis gesetzt. Auf Operation a folgt Operation b, und so weiter. Die Reihe a>b>c>d... ist der Diskurs. Jede einzelne Operation lässt sich überprüfen, ebenso das logische Folgen der einen aus der anderen.
Das
wirklich Denken geschieht in Vorstellungen, als ein Strom von
unbestimmten Bildern, die in der Anschauung zu Diesem oder Jenemverdeutlicht werden.
Man soll nicht sagen, dass es so ist. So kann man es sich vorstellen. So muss man es sich vorstellen, wenn man auf etwas hinauswill.
Nämlich auf ein Verständnis von der wirklichen Ausbildung der Vernunft.
Das ist kein Stufengang, sondern ein systemischer Prozess. Es 'ist' vielleicht nicht
so, aber 'so kann man es sich vorstellen'...
Die Darstellung dieses Prozesses ist wiederum nur diskursiv möglich - so, als ob
er sich als eine Abfolge von unterscheidbaren Etappen vollzöge. Es wird
so getan, als ob in einer er-sten Etappe ein (!) undeutliches Bild durch
Momente, Agentien, Kunstgriffe in sich unter-schieden und 'bestimmt'
würde.
So nämlich erscheint es der Reflexion eines entwickelten
vernünftigen Bewusstseins, das bereits über ein ganzes Repertoire solcher
'Momente' verfügt: Erinnerungen, Ahnungen, Probleme und - Begriffe. Man kann (sic) es so vorstellen, als würden sie prozessierend in
die je erreichte Ausprägung der Vorstellung eingebracht, in deren Stoff
sie zu einander in ein Verhältnis der Wechselbestimmung gebracht
werden.
Tatsächlich greifen sie ununterbrochen ineinander, sowohl die
'Momente' als die Etappen.
*
Um aber zu beurteilen, ob die mitttlerweile bestimmten Vorstellungen was taugen - und wozu -,
ist der ganze diskursive Apparat unverzichtbar. Und nur in diskursiver Darstellung kann ich die Resultate meines Denkens im Gedächtnis behalten - und andern mitteilen, die sie ihrerseits beurteilen können.
Das ist dann wirklich
eine neue Etappe.
PS.- Sowohl der Begriff der Systemik als die Vorstellung von einem Prozess waren zu Fichtes Zeit unbekannt. Er hat ihnen erst den Boden bereitet, aber es wird ihm nicht ge-dankt.
JE
Nota - Das
obige Bild gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie
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wünschen, bitte ich um Ihre Nachricht auf diesem Blog. JE
Vor der Hand wollen wir
das Bestimmbare ansehen. - Das Denken des Sollens setzt sonach ein
System des Bestimmbaren voraus. Dieses Bestimmbare würde nicht sein ohne
die Auf-gabe, das Sollen zu denken, und diese würde nicht sein ohne das
Sollen selbst. (Lediglich durch das Denken wird das Bestimmbare herbeigeführt.) Aus diesem notwendig zu
setzenden Bestimmbaren werden wir alle Elemente des Bewusst-seins
ableiten als Mittelbares, herbeigebracht durch das Bewusstsein des
Sollens. _________________________________________________________ J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo,Hamburg 1982, S. 146
Nota I. - Nicht
schon durch das Wollen, wie es bisher schien, entsteht das Bestimmbare,
son-dern erst durch das Sollen als seine höhere Potenz: Das Unbestimmte
ist nun nicht mehr bloß (bei gutem Willen) bestimmbar, sondern gilt
kategorisch als ein Zu-Bestimmen-des. (So erst wird es endlich, und so wird es wirklich.) Im Sinne einer
kritischen Anthropologie gedeutet, hat das Sinn. Das Zeitalter der
Vernunft hob an, als die Menschen nicht mehr bloß okkasionell in je
bestimmter Absicht das ihnen Begegnende zu begreifen suchten, sondern dazu übergingen, das Begreifen als eine Anfor-derung anzusehen, die von Rechts wegen generellan sie gestellt wird. Es klingt bei F. aber die Absicht an, an das Verb sollen das Sittlichkeitsgebot zu knüpfen - in Verbindung womöglich mit der Neigung, 'die Vernunft' als vorgegeben aufzufassen. Es wird nötig sein, sich die Einführung des Sollens daraufhin noch einmal anzusehen. 24. 12. 16
Nota. - 1)Als schlechterdings wollend soll das Ich aufgefasst werden. 2) Reales Wollen heißt, in der Sinnenswelt tätig-sein-Wollen. 3) Tätigsein heißt bestimmen. 4) Mich selbst real als schlechterdings bestimmen wollend auffassen heißt, mich ideal als bestimmen sollend auffassen. 5) Wenn Ich sich als schlechterdings bestimmensollend auffasst, fasst es eo ipso alles Nicht-Ich als bestimmbar auf. Umkehren lässt es sich nicht: Vom ich wird ausgegan-gen; wäre das Ich von irgendetwas ableitbar, wäre die Wissenschaftslehre hinfällig.
JE
Nota - Das
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aus derStandard.at, 27. 12. 2021 Seilziehen wird in Asien bereits seit Jahrtausenden praktiziert. zuJochen Ebmeiers Realien
Wettbewerb oder Kooperation
Was bevorzugte Spiele über eine Kultur verraten
Historische Daten lieferten Hinweise darauf, dass Spiele das real praktizierte Verhalten einer Gesellschaft abbilden
Spielverhalten kommt bei vielen Tierarten vor und ist damit
evolutionär wohl deutlich älter als der Mensch. Als "eine Form aktiven
Lernens", wie der Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt meinte,
hilft es Jungtieren dabei, später lebensnotwendige Fähigkeiten und
Bewegungsabläufe zu trainieren. Beim Menschen könnte das Spiel zur
Entwicklung seiner Intelligenz beigetragen haben. In anspruchsvolleren
Varianten hat das Spiel auch kulturbildende Funktionen.
Umgekehrt könnten sich die Arten von Spielen, die von Menschen
bevorzugt werden, zwischen Kulturen unterscheiden. Zumindest zeigte sich
bisher, dass nicht überall auf die gleiche Art und Weise gespielt wird.
Ein internationales Forscherteam hat nun historische Daten ausgewertet,
um herauszufinden, ob die Spiele, die in verschiedenen Kulturen
gespielt werden, Rückschlüsse darauf zulassen, wie kooperativ diese
Kulturen sind.
Wettbewerbsorientierte oder kooperative Spiele
"Wir
denken, dass Spiele Aspekte menschlicher Kulturen widerspiegeln, etwa
wie kompetitiv oder kooperativ eine bestimmte Kultur ist", sagt Sarah
Leisterer-Peoples, Forscherin am Max-Planck-Institut für evolutionäre
Anthropologie in Leipzig. Frühere Studien deuteten bereits darauf hin,
dass in sozial hierarchischen Kulturen mit Unterschieden hinsichtlich
Status und Wohlstand häufig wettbewerbsorientierte Spiele gespielt
werden. In egalitären Kulturen mit geringen oder keinen Unterschieden
bei Status und Wohlstand werden hingegen eher kooperative Spiele
bevorzugt.
Bisher wurden diese Beziehungen jedoch nur anhand einiger weniger Kulturen untersucht. In der nun im Fachjournal "Plos One" veröffentlichten Studie,
die sich auf historische Daten stützt, haben Forschende aus Leipzig,
Jena, Gera und Australien analysiert, ob die Spiele, die verschiedene
Kulturen praktizieren, Rückschlüsse darauf zulassen, wie kooperativ
diese Kulturen sind.
Das altägyptische Schlangenspiel oder Senet wird seit mindestens
5000 Jahren gespielt. Dieses Spielset von Amenophis III. wurde um etwa
1350 vor unserer Zeitrechnung hergestellt.
Pazifische Kulturen und ihre Spiele
In einem ersten
Schritt sichtete das Forschungsteam eine Datenbank mit historischen
Spielen, die von verschiedenen Kulturen aus dem Pazifikraum gespielt
wurden. Im nächsten Schritt ermittelten die Wissenschafter Merkmale von
Kulturen, die auf deren Kooperationsbereitschaft schließen lassen. Das
Team untersuchte zum Beispiel, wie sozial hierarchische Kulturen
strukturiert waren, wie oft Mitglieder einer Kultur miteinander in
Konflikt gerieten, wie oft die Kulturen mit anderen Kulturen in Konflikt
gerieten und wie häufig Mitglieder einer Gemeinschaft gemeinschaftlich
jagten und fischten.
"Dies sind reale Indikatoren für kooperatives Verhalten", sagt
Leisterer-Peoples. So konnten die Forschenden schließlich 25
unterschiedliche Kulturen identifizieren, für die historische
Informationen sowohl zu den vorhandenen Spielen als auch zu relevanten
kulturellen Merkmalen verfügbar waren.
Überraschendes Ergebnis
Bei ihrer anschließenden Analyse
erlebten die Forschenden eine Überraschung: Es zeigte sich, dass
Kulturen, die häufig Konflikte mit anderen Kulturen austrugen, mehr
kooperative als kompetitive Spiele aufwiesen. Andererseits hatten
Kulturen, in denen es häufig zu Konflikten innerhalb der Gemeinschaft
kam, stärkere Tendenzen zu kompetitiven im Vergleich zu kooperativen
Spielen. Darauf, wie sozial hierarchisch Kulturen aufgebaut waren und
wie Fischerei und Jagd gesellschaftlich begangen wurde, konnten die
Forschenden anhand der von diesen Kulturen praktizierten Spiele nicht
schließen.
"Auf den ersten Blick erscheinen diese Ergebnisse nicht intuitiv,
ergeben aber im Zusammenhang mit Theorien zur Evolution der Kooperation
in kulturellen Gruppen einen Sinn", sagt Leisterer-Peoples. "In Zeiten
des Konflikts mit anderen Gruppen sind Individuen aufeinander
angewiesen. Kooperation ist hier besonders wichtig." Dies spiegelte sich
in der Art der Spiele wider, die gespielt wurden – Spiele, in denen
Gruppen im Wettstreit mit anderen Gruppen stehen, meinen die
Wissenschafter.
Ein Spiegel realen Verhaltens
Wenn es hingegen zwischen
Mitgliedern innerhalb einer Gruppe häufiger zu Konflikten kam, wurden
häufiger kompetitive Spiele gespielt. Demnach deuten die Resultate
tatsächlich darauf hin, dass Spiele die kulturellen Merkmale der
jeweiligen Gesellschaft widerspiegeln. Oder mit anderen Worten: Spiele
bilden real praktiziertes Verhalten ab und könnten ein Weg sein, wie
Kinder gruppenspezifische Normen lernen und trainieren.
"Zukünftige Studien sollten aber nicht nur untersuchen, wie
kooperativ oder kompetitiv ein Spiel ist, sondern welche spezifischen
Fähigkeiten durch Spiele erlernt werden können", sagt Leisterer-Peoples.
"Dies ist erst der Anfang, wenn es um Studien über Spiele in
verschiedenen Kulturen geht. Es gibt noch viel mehr zu entdecken!" (red.)
Nota. -Dass man Spiele, die für eine bestimmte Gesellschaft typisch sind, danach unter-sucht, ob sie für diese Gesellschaft nützliche Funktionen erfüllen - und welche -, ist gut und richtig. Nicht gut und ganz unrichtig wäre, die kulturelle Bedeutung des Spielens damit für erschöpft zu halten. Nicht nur für die Ausbildung, sondern auch für die Bewährung und Entfaltung der Persönlichkeiten sind sie von Bedeutung - ganz individuell und nicht erst kollek- oder korporativ: Spielen weitet den Horizont allein schon dadurch, dass es erfreut. Und sein geselliger Charakter ist nicht nur nutzbringend, sondern erfreut seinerseits; und das hebt die Kultur auf breitester Front. Das sollte man wenigstens als Fußnote immer wieder anmerken.
Dieser
Wechsel des Ich in und mit sich selbst, da es
sich endlich und unendlich zugleich setzt - ein Wechsel, der gleichsam in einem
Widerstreite mit sich selbst besteht, und
dadurch sich selbst reproduziert, indem das Ich Unvereinbares
vereinigen will, jetzt das Unendliche in die
Form des Endlichen aufzunehmen versucht, jetzt, zurückgetrieben, es wieder
außer derselben setzt, und in dem nämlichen Momente abermals es in
die Form der Endlichkeit aufzunehmen versucht - ist das Vermögen der Einbildungskraft.
_______________________________________________________________________J. G. Fichte, Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre,SW
I, S. 215
Nota. - Man möchte vermuten, er redet von dem, was Kant als die Grundkraftin Erwägung gezogen hat.