Donnerstag, 30. Juni 2022

Der Grund der Gestalt.

9/11                                                                               zu Philosophierungen

Der Grund ist auch ohne Gestalt da. Nicht als solcher, aber er ist. Wie ein Satz ohne Prä-dikat.

Die Figur ist aber nicht ohne einen Grund da. Sie mag sich einbilden, der Grund sei ledig-lich "um ihrer willen" vorab schon da gewesen. Aber das kann sie sich erst post festum einbilden, nicht ex ante. Die Figur ist vielleicht nicht wegen des Grundes da; aber immer erst nach ihm. Die Gestalt entsteht, wenn sich auf dem Grund eine Figur heraus bildet.

In der Logik taucht der Grund als causa efficiens auf. Sollte man auch in der Logik den Grund in 'gestaltlichem' Sinn auffassen?

aus e. Notizbuch, Herbst 08

 

'Erschienen' ist eine Fläche, bevor die Figur hinzutrat und sie zum Grund erst bestimmt hat - als ihr Anderes im Ganzen der Gestalt. So wurde die Figur zum

 Urheber der Gestalt. Wenn da etwas efficiens ist, dann sie. Der Grund ist allenfalls latent und gerade nicht effektiv.  

Der Ausdruck causa efficiens bezeichnet nicht die moderne Vorstellung von physischer Ur-sache und hat einen verständlichen Sinn nur in ihrer aristotelischen Verbindung mit der cau-sa finalis. Nur durch einander bedeuten sie etwas; einen metaphysischen Gedanken und kei-nen logischen. 

 

 

Nota. Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog. JE

...doch der Geruchssinn ist auch nicht ohne.

KÖrpergeruch 
aus scinexx.de, 29. 6. 2022                                                                                           zuJochen Ebmeiers Realien
Gleicher Duft gesellt sich gern
Ähnlicher Körpergeruch fördert auch nicht-romantische Freundschaften
 
Freundschaft auf den ersten Riecher: Wenn wir jemanden auf Anhieb sympathisch finden und uns anfreunden, kann dies auch am Körpergeruch liegen. Denn der subtile Duft unserer Mitmenschen beeinflusst nicht nur die Partnerwahl, sondern auch nicht-romantische Freundschaften unter Männern oder Frauen, wie nun eine Studie enthüllt. Demnach sind sich Freunde in ihrem Körpergeruch oft ähnlicher als der Durchschnitt. Die Forscher sehen darin ein weiteres Beispiel für die „soziale Chemie“ unserer Art

Auch wenn wir ihn oft gar nicht bewusst wahrnehmen: Der Körpergeruch unserer Mitmenschen verrät uns einiges über sie. An ihm können wir beispielsweise Emotionen wie Angst, Aggression, Freude oder Depression ablesen, aber auch die Zyklusphase einer Frau oder das Alter eines Menschen. Studien legen zudem nahe, dass unser Körpergeruch die Art unserer Immungene verrät – und dass dies eine Rolle bei der Partnerwahl spielen könnte.

Sympathisch schon beim ersten Schnuppern?

Aber wie ist dies bei nicht-romantischen Freundschaften? Spielt auch da unser Körpergeruch eine Rolle? Das haben nun Inbal Ravreby und seine Kollegen vom Weizmann Institute of Science in Israel untersucht. „Wir haben vermutet, dass ein ähnlicher Körpergeruch möglicherweise ein schnelles Anfreunden begünstigen könnte“, erklären sie. Ihr besonderes Augenmerk lag dabei auf „Klick-Freundschaften“ – einer spontanen Sympathie, die schon beim ersten Kennenlernen zwischen Menschen auftreten kann.


 

„Wir haben untersucht, ob Fremde uns nicht nur auf den ersten Blick sympathisch sind, sondern vielmehr auf das erste Schnuppern hin“, so die Forschenden. Dafür rekrutierten sie 20 männliche oder weibliche Freundespaare, zwischen denen es eigener Aussage nach zu Beginn ihrer Freundschaft spontan „geklickt“ hatte. Das Team analysierte dann mithilfe einer elektronischen Nase den Körpergeruch beider Freundespartner und bewertete die chemische Ähnlichkeit. Als Vergleichsgruppe dienten 20 zufällig zusammengestellte, nicht befreundete Zweierteams.

Signifikant ähnlichere Duftnote

Das Ergebnis: Die Freunde oder Freundinnen ähnelten sich in Bezug auf ihren Körpergeruch tatsächlich stärker als es dem zufälligen Durchschnitt entsprach. Wurden ihre persönlichen Duftcocktails auf einer fünfdimensionalen Skala aufgetragen, lagen die Duftwerte bei Freundespaaren fünf Einheiten auseinander, bei den Zufallspaaren waren es 6,5 Einheiten. „Das sind signifikante Unterschiede“, so die Forscher.

Doch machen sich diese Unterschiede auch in der für uns Menschen wahrnehmbaren Duftnote bemerkbar? Das testeten die Wissenschaftler, indem sie 25 Testpersonen als menschliche „Schnüffelnasen“ akquirierten. Diese erhielten Geruchsproben von 20 „Klick“-Freundespaaren, 40 Freundespaaren ohne diese spontane Sympathie und 20 zufälligen Vergleichspaaren. Tatsächlich stuften die Riechtester die Körpergerüche der 20 „Klick“-Freundespaare als am ähnlichsten ein – unabhängig davon, ob es sich um weibliche oder männliche Freundespaare handelte.

Bei Geruchs-Ähnlichkeit „klickt“ es eher

Interessant auch: Am Körpergeruch lässt sich sogar vorhersagen, ob zwei Menschen sich spontan sympathisch finden, wie ein weiteres Experiment ergab. Dabei begegneten 21 Männer und 45 Frauen verschiedenen, ihnen fremden Testpersonen und absolvierten das „Spiegelspiel“: Ohne zu sprechen, sollten sie sich bewegen wie Bild und Spiegelbild. Hinterher wurden sie dazu befragt, wie nahe sie sich dem jeweiligen Gegenüber fühlten und wie angenehm die Begegnung war.

Das Ergebnis hier: Je besser die zuvor analysierten Körpergerüche übereinstimmten, desto wahrscheinlicher war es, dass sich die zufällig zusammengestellten Paare spontan sympathisch fanden und es „klickte“. „Menschen nutzen die Geruchsinformationen offenbar auch, um sich bei nicht-romantischen Beziehungen daran zu orientieren“, konstatieren die Forschenden. „Die Geruchsähnlichkeit könnte demnach eng mit den Wurzeln der Freundschaft verknüpft sein.“

Biologischer Hintergrund noch unklar

Warum wir allerdings unbewusst Menschen mit ähnlicher Duftnote sympathisch finden, ist noch ebenso unklar wie die neuronalen Mechanismen, die dahinter stehen. „Wir können spekulieren, dass wir Menschen eine Art Geruchsmuster unserer eigenen Duftnote bilden und die Gerüche anderer unbewusst damit abgleichen“, schreiben Ravreby und seine Kollegen. Ob und welchen Vorteil dies bietet, bleibt allerdings offen. (Science Advances, 2022; doi: 10.1126/sciadv.abn0154)

Quelle: American Association for the Advancement of Science (AAAS)

Mittwoch, 29. Juni 2022

Beschränktheit und Selbstbeschränkung.

                         zu Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik.

Wir müssen aller Untersuchung voraus im Ich anknüpfen eine unbeschränkbare und eine beschränkbare Tätigkeit (ideale und reale Tätigkeit.) Die letzte werde auf eine bestimmte Weise beschränkt. Die Bestimmtheit besteht durch die Veränderung des Zustandes; durch die Veränderung wird der Zustand von allen Seiten geschlossen. 

Aber sie ist nicht beschränkt, wenn die absolut freie Tätigkeit darauf nicht reflektiert und die Beschränktheit nicht begreift. Aber die ideale Tätigkeit kann diese Beschränktheit nur an sich [selbst] begreifen, das heißt, sie muss auch selbst beschränkt sein. Da sie aber frei ist, so kann sie nicht durch das Beschränkende aufgesucht werden, sondern sie gibt sich de[m]sel-ben mit Freiheit hin. 

Sie kann aber das Ich nicht begreifen, ohne es [als] beschränkt zu begreifen, dies gibt den Begriff des Ich, aber sie kann dies nicht, ohne ein Beschränkendes zu setzen, dies gibt der Begriff des NichtIch.
_________________________________________________________
J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 100



Nota I. - Das ist im Ton eines Lehrsatzes vorgetragen, nämlich als Resümee in der letzten Lesung vor den Weihnachtsferien. Umso wichtiger, daran zu erinnern: Dies ist kein Bericht davon, was einem menschlichen Individuum wirklich widerfährt in der Welt, bevor es zur Person wird; es ist eine Rekonstruktion davon, was in seiner Vorstellung geschehen sein muss, damit es zu einem bewussten Subjekt werden konnte.
31. 1. 15


Nota II. - Hier steckt wieder Fichtes Vorstellung vom Quantum, nämlich von der Quantifi-zierbarkeit drin. 'Tätigkeit' ist an sich ein und dieselbe. Aber sie 'teilt sich auf' je nach dem Nichtich, auf das sie stößt; so als reale Tätigkeit; oder nach dem Nichtich, das sie wählt: so als ideale Tätigkeit.

Ist das reale Tätigkeits'quantum' beschränkt? Dann liegt die Beschränktheit der Tätigkeit dem Widerstand des Nichtich voraus und liegt in ihr selbst; und dann war nicht eine Tätig-keit, sondern waren von Anbeginn zwei. Woher aber dies?

Die Auflösung ist: Die Beschränkung durch das Nichtich war vorab im Ich selber angelegt als seine grundsätzliche Bereitschaft zur Selbstbeschränkung. Wenn Freiheit absolut gedacht wird (hier ist die Rede vom Vorstellen), kann nur sie selber sich begrenzen. Wenn das reine Wollen real werden soll, muss es etwas wollen. Durch Realisierung des Gewollten wird die Grenze überwunden; und so weiter fort ins Unendliche.

Nota III. - Die Wissenschaftslehre sucht nicht nach metaphysischen Gründen, aus denen die Vernunft mit kausaler oder teleologischer Notwendigkeit hervorgehen musste; sondern sie sucht das Faktum der Vernunft aus aufgefundenen Bedingungen ihrer Möglichkeit zu rekonstruieren und im Rekonstruieren anzuschauen, wie Vernunft verfährt.
JE   24. 9. 18




Nota - Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und ihre Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Ihre Nachricht auf diesem Blog. JE

Der Tastsinn ist elementar...

Ständig haben wir die Hände am oder im Gesicht, streichen uns übers Kinn, reiben uns die ...
aus nationalgeographic.de, 19. 6. 2022
 
Spontane Selbstberührung                                                             zuJochen Ebmeiers Realien
Darum fassen wir uns ins Gesicht
Ständig haben wir die Hände am oder im Gesicht, streichen uns übers Kinn, reiben uns die Stirn. Forscher vermuten: Es dient dem emotionalen und kognitiven Gleichgewicht.

Ständig haben wir die Hände am oder im Gesicht, streichen uns übers Kinn, reiben uns die Stirn. Forscher vermuten: Es dient dem emotionalen und kognitiven Gleichgewicht.

Interview mit Doktor Martin Grunwald, Leiter des Haptik-Forschungslabors am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung an der Universität Leipzig.

Herr Grunwald, Sie sind der Meinung, der Tastsinn sei das wichtigste Sinnessystem überhaupt. Warum?

Wir können blind oder taub zur Welt kommen, aber ohne Tastsinn können wir nicht überleben. Schon im Mutterbauch reagieren Ungeborene auf Streicheleinheiten. Wir brauchen als soziale Wesen den Kontakt mit anderen, um uns gesund zu entwickeln.

Sie erforschen eine sehr spezielle Ausprägung des Tastsinns: die spontane Selbstberührung. Was kann man sich hierunter vorstellen?

Jeder sieht es bei seinem Gegenüber: Man streicht sich während eines Gesprächs kurz über die Nase oder die Stirn. Seit Millionen von Jahren fingern sich Affen und Menschen im Gesicht herum – bis zu 800-mal am Tag. Die Forschung hierzu hat außer Beschreibungen nicht viel zu bieten. Unser Team interessiert, was auf elektrophysiologischer Ebene im Gehirn passiert. Ich bin sicher: Wenn wir so etwas ständig tun, und sei es nur für circa 1,3 Sekunden, dann haben diese Berührungen für unseren Organismus auch einen Sinn.

Regulierende Funktion: Berührung stabilisiert Emotionen und Gedanken

Was haben Sie herausgefunden?

Wir verstehen die, wie wir es nennen, spontane gesichtsbezogene Selbstberührung als Regulationsmechanismus, den der Organismus eingebaut hat, um Störungen, die durch irrelevante Reize entstehen, wieder auszugleichen. Das können kognitive oder emotionale Störungen sein: bei Unwohlsein, Angst oder Stress, wenn wir gedanklich abschweifen oder in ganz alltäglichen Momenten der persönlichen Anspannung.

Können Sie ein einfaches Beispiel aus dem Alltag nennen?

Zwei Personen sind in ein Gespräch vertieft, als ein attraktiver Dritter vorbeigeht. Das bringt den emotionalen Haushalt des Gesprächspartners kurz aus dem Gleichgewicht. Durch eine unbewusste Selbstberührung gelingt es ihm, ins innere Gleichgewicht zurückzufinden und sich erneut auf die Unterhaltung zu fokussieren.

Wie haben Sie denn eine vergleichbare Situation im Labor geschaffen?

In unseren Experimenten stellen wir den Probanden kognitive Aufgaben. Bei der jüngsten Studie sollten sie zwei Tiefenreliefs betasten, sich 15 Minuten lang merken und dann aus dem Gedächtnis aufzeichnen. Während der Merkphase haben wir die Armen mit Störgeräuschen „traktiert“: Babygeschrei, Fahrradklingel, Bohrgehämmer, all so was. Interessant war, dass genau dann die meisten Selbstberührungen auftraten. Während der Versuche maßen wir die hirnelektrischen Ströme der Teilnehmer.

Berührung BabyBerührungen sind in allen Lebensabschnitten wichtig. Ein Mangel an Berührungen in der frühkindlichen Phase kann zu Entwicklungsstörungen führen.

Gesicht enthält besonders viele berührungssensitive Rezeptoren

Was löste eine Selbstberührung im Gehirn Ihrer Probanden aus?

Durch eine Selbstberührung verändern sich die elektrischen Ströme in Bereichen des Gehirns, die die Arbeitsgedächtnisinhalte und den emotionalen Status steuern. Kurz vor einer spontanen Selbstberührung sinken die Hirnströme in den entsprechenden Frequenzbereichen – ein Hinweis darauf, dass der Arbeitsspeicher ausgelastet und die emotionale Belastung hoch ist. Kurz nach einer Selbstberührung steigen die Werte wieder massiv an. Die Selbstberührung, so unsere Erklärung, hilft dem Gehirn, den momentanen Gedächtnisverlust zu verhindern und die psychische Balance wieder herzustellen.

Ist es der Kontakt zur Haut, der unsere Hirnströme reguliert, oder eher die Bewegung insgesamt?

Nach dem, was wir bisher wissen, ist nicht allein der Berührungsreiz entscheidend. Das meiste spielt sich neurobiologisch im Zeitbereich „die Hand ist auf dem Weg zum Gesicht“ sowie dem ersten Aufsetzkontakt ab. Längere statische Berührungen haben offenbar eine andere Funktion, zum Beispiel wenn Sie grübeln. Popeln oder Kratzen ist natürlich noch mal etwas ganz anderes.

Warum zieht uns ausgerechnet das eigene Gesicht so an?

Unser Gesicht ist ausgesprochen gut enerviert und enthält unzählige berührungssensitive Rezeptoren. Das gilt besonders für die T-Zone, die von einer Schläfe zur anderen und über Nase und Kinn reicht. Genau in diesem Bereich finden auch die meisten spontanen gesichtsbezogenen Selbstberührungen statt. Wir vermuten, dass die Impulse der Mechanorezeptoren vom Gesicht besonders schnell im Gehirn landen, weil sie nicht erst noch übers Rückenmark vermittelt und kompliziert verschaltet werden müssen. Aber wir stehen hier noch ganz am Anfang.

 

 

Die Macht der bloßen Ahnung.

Conrad Murray
aus spektrum.de, 29. 6. 2022                                                                                            zuJochen Ebmeiers Realien

Placeboeffekt stärker, wenn der Arzt weiß und männlich ist
Selbst wenn Patienten keine expliziten Vorurteile gegenüber Schwarzen oder weiblichen Medizinern haben – ihre körperliche Reaktion auf Behandlungen offenbart unbewusste Vorbehalte.


von Anton Benz

Auch, wenn die meisten Menschen vermutlich von sich behaupten würden, dass sie keine Vorurteile gegenüber bestimmten Gruppen hätten – der Placeboeffekt offenbart die bittere Wahrheit. So wirkt ein Scheinmedikament schwächer, wenn es von einer Frau oder von einer schwarzen Person verabreicht wird. Das zeigt eine in den USA durchgeführte Studie eines Teams um Lauren Howe von der ETH Zürich. Die Ergebnisse wurden in der Fach-zeitschrift »PNAS« veröffentlicht

Unter dem Vorwand eines Allergietests lösten angehende Ärzte oder Pflegekräfte unter-schiedlichen Geschlechts und Hautfarbe bei 187 weißen Versuchspersonen eine allergische Reaktion aus und behandelten diese anschließend augenscheinlich. Die verwendete Creme war jedoch völlig wirkungslos. Trug eine Frau die scheinbar helfende Salbe auf, so entwi-ckelte sich die allergische Reaktion stärker, als wenn ein männlicher Kollege dieselbe Be-handlung vornahm. Der Placeboeffekt war also abgeschwächt. Auch die Hautfarbe des medizinischen Personals spielte eine Rolle. Löste ein schwarzer Arzt die Allergie aus, so errötete eine größere Fläche auf der Haut als bei einem asiatisch aussehenden oder weißen Mediziner. Außerdem verschaffte die Placebo-Creme eine geringere Linderung.

»Wenn ein Arzt nicht wie jemand aussieht, der diese Rolle für den Großteil der Geschichte innehatte – wenn der Doktor also kein weißer Mann ist – könnte es sein, dass Patienten weniger stark auf die Behandlung reagieren«, sagt Howe.

Heißt das also, dass weiße Patienten Frauen und schwarze Menschen als weniger kompetent einschätzen? »Interessanterweise hatten die Patienten keine expliziten Vorurteile gegen Frauen oder schwarze Mediziner«, erklärt Howe. Im Gegenteil: Die Teilnehmer waren sehr bemüht, nicht voreingenommen zu sein, was sich auch in der Arzt-Patient-Beziehung widerspiegelte. 1400 Freiwillige bewerteten Videoclips der Interaktionen und kamen zu dem Schluss, dass die weißen Versuchspersonen höflicher und interessierter wirkten, wenn sie mit einer Ärztin oder einem schwarzen Mediziner zu tun hatten. »Die Ergebnisse veranschaulichen, wie tief Vorurteile sitzen«, sagt Howe.

Unter dem Vorwand eines Allergietests lösten angehende Ärzte oder Pflegekräfte unterschiedlichen Geschlechts und Hautfarbe bei 187 weißen Versuchspersonen eine allergische Reaktion aus und behandelten diese anschließend augenscheinlich. Die verwendete Creme war jedoch völlig wirkungslos. Trug eine Frau die scheinbar helfende Salbe auf, so entwickelte sich die allergische Reaktion stärker, als wenn ein männlicher Kollege dieselbe Behandlung vornahm. Der Placeboeffekt war also abgeschwächt. Auch die Hautfarbe des medizinischen Personals spielte eine Rolle. Löste ein schwarzer Arzt die Allergie aus, so errötete eine größere Fläche auf der Haut als bei einem asiatisch aussehenden oder weißen Mediziner. Außerdem verschaffte die Placebo-Creme eine geringere Linderung.

»Wenn ein Arzt nicht wie jemand aussieht, der diese Rolle für den Großteil der Geschichte innehatte – wenn der Doktor also kein weißer Mann ist – könnte es sein, dass Patienten weniger stark auf die Behandlung reagieren«, sagt Howe.

Heißt das also, dass weiße Patienten Frauen und schwarze Menschen als weniger kompetent einschätzen? »Interessanterweise hatten die Patienten keine expliziten Vorurteile gegen Frauen oder schwarze Mediziner«, erklärt Howe. Im Gegenteil: Die Teilnehmer waren sehr bemüht, nicht voreingenommen zu sein, was sich auch in der Arzt-Patient-Beziehung widerspiegelte. 1400 Freiwillige bewerteten Videoclips der Interaktionen und kamen zu dem Schluss, dass die weißen Versuchspersonen höflicher und interessierter wirkten, wenn sie mit einer Ärztin oder einem schwarzen Mediziner zu tun hatten. »Die Ergebnisse veranschaulichen, wie tief Vorurteile sitzen«, sagt Howe.

 

Nota. - Als der afroamerikanische Sänger und Tänzer Michael Jackson eine längere Aus-landstournee vorbereitete, wollte er einen Leibarzt mitnehmen. Er fragte bei Freunden an, ob er wohl einem farbigen Doktor vertrauen könne.

Das weitere ist bekannt.
JE