Freitag, 15. November 2019

Richtiges Leben im falschen.

Bosch                                                                                     zu  Levana, oder Erziehlehre
 
Die Schule ist nicht der Zweck des Heranwachsens, sondern seine restriktive Rahmenbedingung. Sie ist eine zweckmäßige Einrichtung der bürgerlichen Gesellschaftsordnung. Die war selber Bedingung gesellschaftlicher Entwicklung; und wie jede Ordnung ist sie in mancherlei Hinsicht restriktiv.

Sie ist restriktiv namentlich in Hinblick auf die laufende digitale Revolution. Das Wertgesetz wird von der Erset- zung menschlicher Leitungen durch maschinelle Intelligenzen unterlaufen. Das ist ein reeller Widerspruch, der sich nur tastend und konvulsivisch wird auflösen lassen. Die Schule ist aber darauf aus- und dazu eingerichtet, die menschlichen Intelligenzen für das Wertgesetz zu konditionieren.


Sie fraktioniert das Wissen zu Fächern und vereinseitigt das Denken auf lineare Kausalität und logischen Ato- mismus. Das war  für die industrielle Zivilisation eine notwendige und richtige Restriktion. Aber sie hat dabei die Grundlagen der digitalen Revolution gelegt. Für deren Entwicklung ist sie nunmehr keine Bedingung, son- dern nur noch Restriktion.

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Tastend und konvulsivisch: Das ist natürlich eine Versuchung für alle Ideologen. Doch bis die zu einem Rat- schluss gelangt sind, kann die Wirklichkeit nicht warten. Sie muss konvulsieren, was bleibt ihr übrig?


Das eigentliche Problem der Schule ist, durch diese allgegenwärtigen Turbulenzen zu navigieren. Dafür gibt es keine optimalen Strukturen und adäquaten Methoden. Indem sie all ihre Aufmerksamkeit aber gerade auf sie verschleißt, überlässt sie das alltägliche Austragen der Widersprüche den Lehrern. Ein Lehrer, der nicht der In- stitution dient, sondern der Bildung seiner Schüler, überlebt nur als Künstler; als einer, der jeden Tag neu ver- sucht, ein richtiges Leben im falschen zu führen.





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