ex nihilo Frederick Hart
Was als Welt im Bewusstsein vorkommt, ist nicht ein Summe von Seiendem,
sondern ein unendliches Bedin- gungsverhältnis: Da ist Eines immer bedingt
durch ein Vorangegangenes, und bedingt ein Anderes, das aus ihm folgt;
doch da faktisch keines als Das Erste auftritt, kann man den
unbegrenzten Komplex mal von hier und mal von da anschauen. Welches das
Bedingte und welches die Bedingung ist, muss in jedem einzelnen Fall
immer neu festgestellt werden; denn mal gilt die Bedingungsreihe so rum,
mal gilt sie andersrum - es kommt immer darauf an, wo man anfängt.
Gemeint ist nämlich ein wirkliches Anfangen: so, als habe mit dem
Bestimmen wirklich ein Erster angefangen, denn nichts anderes als
Bestimmtheit heißt Bedingtheit und nichts anderes als Bedingen heißt
bestimmen - es ist nicht, sondern muss getan werden. Und wenn nicht, gibt es ohne Bedingung keine Bestimmung und ohne Be- stimmtheit keinen Begriff.
Unendlich ist der Komplex nur nach vorn: Das Bestimmen kommt nie zu einem Schluss. Aber denkbar ist es nur, sofern es angefangen
wurde. Ex nihilo, muss man einräumen, solange man im Reich der Begriffe
bleibt. So mag man die Bedingungverhältnisse kreuz und quer verfolgen;
nur umkehren lassen sie sich nicht. Hinter die vordere Grenze geht es nicht zurück. Hier muss die Einbildungskraft ihr Machwort sprechen.

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