Erkennen
heißt, etwas Unbekanntes zu einem als bekannt Vorausgesetzten in ein
logisches Verhältnis setzen. Das erste empirisch Unbekannte - die ganze Welt - kann dabei
nur zu einem logisch als bekannt Behaupteten in ein Verhältnis gesetzt
werden. Ein Absolutes kann dies logisch Vorausgesetzte nicht sein, denn wäre von ihm etwas bekannt, wäre es nicht absolut.
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Tatsächlich
(historisch) ist das Erkennen freilich von der Erfahrung ausgegangen
und nicht von logischer Spekulation. Von der Erfahrung, was man aus
dem vorgefundenen Unbe-kannten machen kann. Das Machen als Bestimmungsgrund des Was war
der Erfahrung vor-ausgesetzt, nicht als Begriff, sondern pragmatisch im
Machen selbst. Erfahrung ist nichts anderes als Wissen von
Machbarkeiten. Genauer gesagt, von den Widerständen, die die Dinge
meinem Machenwollen
entgegensetzen - so, als wollten sie selber etwas anderes ma-chen. Die
erste Bewusstseinsform der Menschen, von der wir Zeugnisse haben, ist
der Ani-mismus, die Vorstellung von der Welt als ein Zusammenwirken wollender Wesen.
Die Geschichte des Geistes ist die Geschichte der Einsicht in den projektiven Charakter dieser Vorstellung.
11. 12. 17
Sofern das Denken projektiv ist, ist es auch problematisch.
Es müsste faktisch immer so lauten: So und so ist es - unter der
Bedingung, dass meine allererste Erkenntnis richtig war. - Und solange
nichts geschieht, was die erste Erkenntis widerlegt, gilt die Bedingung
als gege-ben. Ob sie aber eben jetzt noch gilt, ist jedes Mal neu zu erproben.
22. 2. 19
Nota. Das
obige Bild gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie
der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht
wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog.
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