Absolut ist, was in keinem Verhältnis zu einem andern steht.
Das Absolute ist nicht bestimmt; denn bestimmt sein könnte es nur durch sein Verhältnis zu Anderem.
Das Absolute ist nicht Eins, denn dann stünde es in einem Verhältnis zu Mannigfaltigem.
Das
Absolute ist kein Seiendes, denn was ist, ist im Raum und in der Zeit;
ist bestimmt durch seine Stelle im Raum oder in der Zeit, nämlich
unterschieden von allen andern Stellen in Raum und in der Zeit. Was ist,
ist mannigfaltig.
Ein Absolutes kann als ein solches nur gelten.
Es reguliert das Vorstellen, es ist nicht wirklich, sondern logisch. Was absolut gilt, kann wiederum nicht bestimmt sein. Es ist entweder unbestimmt oder
bestimmend. Doch als ein absolut Bestimmendes ist selber nicht bestimmt; bestimmt ist es allenfalls als ein Un bestimmtes. Das Abso- lute ist zweifach denkbar - als ein Bestimmendes und als ein Unbestimmtes.
Was
ist, ist mannigfaltig und ist bestimmt; es ist bestimmt durch sein
Verhältnis zum Unbestimmten auf der einen, und zum Bestimmenden auf der
anderen Seite. Das bestimmte mannigfaltige Wirkliche schwebt zwi- schen
zwei Absoluten - als ein zu-Bestimmendes zwischen einem absolut Bestimmenden und einem absolut, nämlich unendlich Unbestimmten.
Wenn aber das Absolute - siehe oben - nicht Eins sein kann, kann es schon gar nicht zwei sein. Es kann sich daher nur um zwei Weisen handeln, sich ein Absolutes vorzustellen. Doch zum Vorstellen gehört wesentlich eine anschauliche Seite. Anschauen lässt sich eines, das absolut ist, schlichtweg nicht. Wären es also doch zwei Wei- sen, sich ein Absolutes zu denken? Denken heißt, in Begriffe fassen. Ließe es sich aber begreifen, wäre es nicht absolut. Dann wäre es nach Kant wohl eine ästhetische Idee: "diejenige Vorstellung der
Einbildungskraft, die viel zu denken veranlaßt, ohne daß ihr doch irgend ein
bestimmter Gedanke, i.e. Begriff, adäquat sein kann, die folg- lich keine Sprache
völlig erreicht und verständlich machen kann".

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