zu Marxiana
Der Kapitalist zahlt z. B. den Tageswerth der Arbeitskraft. Ihr Gebrauch, wie der jeder andern Waare, z. B. eines Pferdes, das er für einen Tag gemiethet, gehört ihm also für den Tag. Dem Käufer der Waare gehört der Gebrauch der Waare, und der Besitzer der Arbeitskraft giebt in der That nur den von ihm verkauften Gebrauchs- werth, indem er seine Arbeit giebt. Von dem Augenblicke, wo er in die Werkstätte des Kapitalisten trat, gehörte der Gebrauchswerth seiner Arbeitskraft, also ihr Gebrauch, die Arbeit, dem Kapitalisten.
Der Kapitalist hat durch den Kauf der Arbeitskraft die Arbeit selbst als lebendigen Gährungsstoff den todten von ihm gleichfalls besessenen Bildungselementen des Produkts einverleibt. Von seinem Standpunkt ist der Arbeitsprozeß nur die Konsumtion der von ihm gekauften Waare Arbeitskraft, die er jedoch nur konsumiren kann, indem er ihr Produktionsmittel zusetzt.
Der Arbeitsprozeß ist ein Prozeß zwischen Dingen, die der Kapitalist gekauft hat, zwischen ihm gehörigen Dingen. Das Produkt dieses Prozesses gehört ihm daher ganz eben so sehr als das Produkt des Gährungspro-zesses in seinem Weinkeller.
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K. Marx, Das Kapital I, MEGA II/5, S. 136
Nota. - "Eigentum ist Diebstahl" war die Kampflosung von Proudhon. Das ist vertretbar in Hinblick auf das Grundeigentum - aber streng genommen auf alles Grundeigentum, auch das kleine, denn bevor die Parzellen- wirtschaft üblich wurde, war das Land zumeist im Besitz der Gemeinde. Die Aufteilung des Gemeineigentums als Diebstahl zu bezeichnen, wäre aber Haarspalterei.
Falsch ist die Parole jedoch in Bezug auf das Kapital. Nimmt man das Nichteigentum der Arbeiter an den Ar- beitsmitteln als Voraussetzung an, dann ist es rechtlich ganz einwandfreei, dass das Arbeitsprodukt ganz und gar dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter. Der Mehrwert ist kein ungerechter Abzug, der eigentlich dem Arbeiter zukommt. Der Arbeiter erhält - durchschnittlich - den Preis, den die Erzeugung und Erhaltung seiner Arbeitskraft gekostet hat. Mehr ist sie nicht wert. Ab diesem Augenblick gehört sie ganz und gar dem Kapitalisten, und was er damit macht, ist seine Sache; namentlich wenn er den Arbeiter anhält, sie roduktiv zu verausgaben. Dass die Arbeit mehr Wert erzeugt, als sie gekostet hat, liegt in ihrer Natur und ist vom Kapita- listen mitbezahlt worden. Mehrwert ist kein Diebesgut. Ein 'unverkürzter Arbeitsertrag', wie auch Ferdinand Lassalle ihn forderte, steht dem Lohnarbeiteer gar nicht zu.
JE
Nota. Das
obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie
der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht
wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog.
JE
JE
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