Montag, 15. Juni 2020

Die Industrie wünscht sich mehr Erziehung zur Selbstständigkeit


aus welt.de, 15. 6. 2020                                                                                                                                 zu Levana, oder Erziehlehre

OECD-Bildungsdirektor kritisiert „Kultur der Unselbstständigkeit“
Die Corona-Krise offenbare die Schwächen des deutschen Systems: Ein OECD-Bildungsexperte kritisiert, dass in Schulen hierzulande „zu viel nach oben“ geschaut würde. Es sei nicht das einzige gravierende Manko.


Die Corona-Krise hat nach Ansicht des Bildungsdirektors der Organisation für wirtschaftliche Zusam-menarbeit und Entwicklung (OECD), Andreas Schleicher, die mangelnde Selbstständigkeit an deutschen Schulen als Schwäche zutage treten lassen. „In den deutschen Schulen gibt es keine Kultur, die Lehrer zu Selbstständigkeit ermutigt“, sagte Schleicher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Das rächt sich in der Corona-Krise“, fügte er hinzu.

In der Krise sei man darauf angewiesen, dass auch jeder Lehrer etwa beim Online-Unterricht individuell nach Lösungen suche, die besonders gut zu seinen Schülern passen.

„In deutschen Schulen wird zu viel nach oben geschaut: Der Lehrer schaut auf den Schulleiter und der Schulleiter auf das Ministerium“, kritisierte Schleicher. Es müssten aber alle zuerst auf die Schüler schauen.

Lehrer in Deutschland hätten „eine höhere Zahl von Unterrichtsstunden als in anderen Ländern, aber weniger Zeit und Freiraum, selbst oder gemeinsam mit ihren Kollegen kreative Unterrichtskonzepte zu erarbeiten, oder mit Schülern außerhalb des Klassenverbandes zu arbeiten“.

Woran es in Deutschland mangelt

Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass es in Deutschland für den Digitalunterricht noch stark an der Infrastruktur mangele. Vor allem aber seien Lehrer in großen Teilen nicht auf das Online-Unterrichten vorbereitet gewesen, sagte Schleicher.

Mit Blick auf die Rückkehr zum geregelten Unterricht mahnte Schleicher: „Es darf nicht darum gehen, jetzt zurück in die Schulen von gestern zu gehen. Wir müssen in die Schulen von morgen.“ Sonst werde Deutschland im internationalen Vergleich zurückfallen, warnte der Bildungsexperte, der unter anderem die internationale Schul-Vergleichsstudie [?!] Pisa organisiert.


Nota. - Die OECD vertritt die Interessen der Global Player in den Industrien. Die Schüler reif machen für den Arbeitsmarkt im digitalen Zeitalter ist der Stiftungsgedanke des internationelen PISA-Konsortiums. Schleicher ist ihr Frontman. Das muss man wissen, wenn man sich auf seine Worte beruft. Die OECD würde die erheblichen Mittel zum Unterhalt der PISA-Industrie gewiss gern sparen, doch müssen sie einsehen, dass aber für ihre Zwecke die Bildung eine zu ernste Sache ist, um sie den Pädagogen zu überlassen.

Und wenn ich dann erst an die weniger eigennützigen Zwecke der menschlichen Gemeinschaft denke...!
JE

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