Menschen, die mobben und lügen, haben kleinere Gehirne
Antisoziales Verhalten im Jugendalter ist kein seltenes Phänomen. Für
manche ist es eine Phase, andere bleiben ihr Leben lang „Bullys“. Warum?
Es könnte mit Unterschieden in der Hirnstruktur zu tun haben.
Gewalt, Aggressivität, Diebstahl, Lügen, Mobbing – antisoziales Verhalten kann unterschiedliche Formen annehmen. Gemeinsam ist allen, das sie mit Gesetzen oder sozialen Normen brechen.
Die psychologische Forschung unterscheidet zwei Formen von antisozialem Verhalten. Eine pubertätsge- bundene, die in westlichen Ländern von bis zu 60 Prozent der männlichen Jugendlichen gezeigt wird, und eine überdauernde, die sich vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter bei etwa zehn Prozent der männlichen Bevölkerung zeigt.
Gewalt, Aggressivität, Diebstahl, Lügen, Mobbing – antisoziales Verhalten kann unterschiedliche Formen annehmen. Gemeinsam ist allen, das sie mit Gesetzen oder sozialen Normen brechen.
Die psychologische Forschung unterscheidet zwei Formen von antisozialem Verhalten. Eine pubertätsge- bundene, die in westlichen Ländern von bis zu 60 Prozent der männlichen Jugendlichen gezeigt wird, und eine überdauernde, die sich vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter bei etwa zehn Prozent der männlichen Bevölkerung zeigt.
Die Ausbildung dieser überdauernden Form von antisozialem Verhalten wird von verschiedenen Faktoren bedingt. Einen davon hat ein internationales Team von Neurowissenschaftlern in einer aktuellen Studie untersucht: die Struktur des Gehirns.
Die Forscher haben die Gehirne von 672 Menschen im Alter von 45 Jahren gescannt und in drei Gruppen miteinander verglichen. Probanden, die in ihrem Leben kein antisoziales Verhalten gezeigt haben (66 Prozent der Stichprobe), mit solchen, die dies nur in der Pubertät (23 Prozent) oder ihr Leben lang (zwölf Prozent) gezeigt habe.
Das Ergebnis: Die Gehirne von Menschen aus der letzteren Gruppe hatten eine kleinere Oberfläche und einen dünneren Kortex (Hirnrinde). Von 360 untersuchten Hirnarealen hatten 282 eine kleinere Oberfläche und elf einen dünneren Kortex, darunter Areale, die für zielgerichtetes Handeln, Emotionsregulation und Motivation zuständig sind.
Dr. Christina Carlisi, Psychologin am University College London und Hauptautorin der Studie erklärte: „Unsere Befunde unterstützen die Idee, dass es Unterschiede in der Gehirnstruktur geben könnte, die es Menschen, die überdauernd antisoziales Verhalten zeigen, schwer macht, die sozialen Fähigkeiten zu entwickeln, die antisoziales Verhalten verhindern.“
Die Studie lässt keine direkte Aussage über die Kausalität zwischen Hirnstruktur und antisozialem Verhalten zu. Es ist denkbar, dass Menschen mit entsprechender Hirnstruktur geboren werden und aufgrund dessen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, antisoziales Verhalten zu zeigen.
Es ist auch möglich, dass bestimmte Formen von antisozialem Verhalten im Kindes- und Jugendalter (und damit häufig einhergehenden Verhaltensweisen wie übermäßigem Alkohol- oder Drogenkonsum) das Gehirn charakteristisch formen. Eine dritte Variante: Beides, Verhalten und Gehirnstruktur, sind Ergebnis von dritten Faktoren, wie Erfahrungen in der Kindheit, Erziehung und dergleichen. ...
Nota. - Die nationalsozialistische Rassenideologie hat die deutsche Öffentlichkeit für viele Jahrzehnte davor abgeschreckt, werthafte Verhaltensdispositionen auf organische Ursachen, namentlich Vererbung zurückzuführen. Das war verständlich und lobenswert. Es wurde aber in den 60er Jahren verdreht in die platzgreifende Ideologie des Pädagogenstandes, der seinen Allmachtsambitionen so eine sakrosankte Weihe angedeihen ließ.
Dabei ist es der nächstliegende Gedanke. Jedes Verhalten hat seinen Ursprung in diesem oder jenem Be- reich des Gehirns. Das Gehirn ist die Zentrale, als solche aber ein Teil, des Gesamtorganismus. Der wiede- rum ist ein gegenständlicher Bereich, in dem zunächst einmal nach Kausalzusammenhängen zu suchen ist, bevor man sich auf spekulative Bahnen begibt. Und sei es auch, um sie vorab auszuschließen! Sie auszu- schließen erlaubt sich der gesunde Menschenverstand dann erst nach der naturwissenschaftlichen Analyse.
JE

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