
aus FAZ.NET, 11. 5. 2022 Okonomiyaki Robot kann sogar traditionelle japanische Gerichte kochen. zu Geschmackssachen,
Sie übernehmen Pflegearbeiten, assistieren im OP, sind als Rettungsroboter unterwegs oder helfen im Garten oder Haushalt. Sensoren und Künstliche Intelligenz haben Roboter in anpassungsfähige und vielseitige Maschinen verwandelt. Keine Aufgabe scheint ihnen mittlerweile zu schwer. Nun erobern Roboter allmählich auch einen Bereich, der ihnen lange verwehrt war: die Küche. Zwar können einige Maschinen – es handelt sich überwie-gend um Roboterarme – bereits Pizza belegen, Burger braten, Pasta-Gerichte oder japa-nisches Essen zubereiten. Und einige Roboter machen nach getaner Arbeit sogar ihren Arbeitsplatz wieder selbständig sauber.
Die Roboterköche wissen aber nicht, ob das, was sie gerade gekocht haben, auch tatsächlich schmeckt. Wie viel Salz oder Pfeffer oder andere Gewürze zugegeben werden müssen, schreibt ihnen bislang ein Computerprogramm vor, dem ein Rezept zugrunde liegt. Nun haben Wissenschaftler von der University of Cambridge einen autonomen Roboter ent-wickelt, der auch feststellen kann, ob das Essen ausreichend gewürzt oder versalzen ist.
Möglich macht das eine spezielle Sonde, die die Forscher um Grzegorz Sochacki ans Ende des beweglichen Roboterarms angebracht haben, wo gewöhnlich Kochlöffel, Rührstab oder anderes Besteck sitzen. Die Sonde misst die elektrische Leitfähigkeit des Gerichts, die im Wesentlichen durch den Salzgehalt bestimmt wird. Zwar kann der Roboter auch selbst kochen – sein ihm antrainiertes Leibgericht ist Omelette mit Tomaten. Für ihre jüngsten Experimente, gingen die Forscher ihrem Roboterarm aber zur Hand. Sochacki und seine Kollegen bereiteten Rührei mit Tomaten auf neun verschiedenen Arten zu. Dabei variierten sie die Zahl der Tomaten und den Salzgehalt der Omelettes.
Eine Geschmackskarte gibt dem Roboter Orientierung
Zusätzlich gaben sie jede Variante in ein Mixgerät, drückten unterschiedlich lange auf den Knopf – wenige Sekunden und sechzig Sekunden. Auf diese Weise versuchten die Forscher, den Vorgang des „Kauens“ nachzuahmen. Beim Kauen wird das Essen nicht nur in kleine-re, leichter schluckbare Happen zerlegt. Beim Zerkleinern schmecken wir auch intensiver, was wir gerade zu uns nehmen. Jede Speise legten die Forscher nach dem Abkühlen dem Roboterarm zum Probieren vor. Der Roboter tauchte das Ende seines Arms in das darge-botene Essen und ermittelte jeweils an verschiedenen Stellen den Salzgehalt.
Die Messwerte lieferten für jede Probe eine zweidimensionale „Geschmackskarte“, die dem Roboter als eine Art Geschmacks-Referenz diente. An der Karte konnten die Forscher er-kennen, dass der Roboterarm die unterschiedlichen Salzkonzentrationen in den dargebote-nen Omelettevariationen sehr zuverlässig (95 Prozent) bestimmen konnte, ebenso wie die Menge der vorhandenen Tomaten und ob diese im Mixer zerkleinert worden waren und wie lange.
„Wenn Roboter für bestimmte Aspekte der Zubereitung von Speisen eingesetzt werden, sollten sie auch in der Lage sein, zu 'schmecken', was sie kochen“, sagt Grzegorz Sochacki. Und sein Kollege Arsen Abdulali fügt hinzu: "Wenn ein Roboter wie jeder andere Koch lernt, wie man kocht, braucht er auch Hinweise, wie gut er es gemacht hat. In unserem Experiment kann der Roboter den Unterschied in der Nahrung auch sehen, während sie 'gekaut' wird, was seine Geschmacksfähigkeit verbessert." Zu diesem Zweck ist der Robo-terarm auch mit optischen Sensoren ausgestattet worden.
In Zukunft wollen die Wissenschaftler den Roboterkoch technisch verbessern, damit er verschiedene Arten von Lebensmitteln schmecken und den Unterschied etwa zwischen süßem und öligem Essen wahrnehmen kann. Den Effekt von menschlichem Speichel wollen die Roboterforscher mit künstlichen Enzymen nachbilden.
Nota. - Es ist zum [Mäusemelken]! Die Entwicklung elektronischer Intelligenz wird noch viele Probleme aufwerfen, sie mit rein-sachlicher Wissenschaft allein kaum zu bewältigen sein werden, weil faktisch-tchnische und moralisch-äshetische Fragen immer so zusammen-gerührt erscheinen, dass dem gesunden Menschenverstand schwindelt.
Das ist nunmal so und man muss es nehmen, wie es kommt. Ein Extraproblem schaffen die öffentlichen Medien, in denen Neuigkeiten so kolportiert werden, dass man wiederum nicht unterscheiden kann, ob dem Verfasser das Verständnis fehlt oder ob er mutwillig mystifi-ziert.
So wie hier: Dass eine Maschine z. B. den Salzgehalt bestimmen kann, erlaubt ihr noch lange nicht, zu schmecken, 'wie es schmeckt'. Dazu müsste sie ihre sinnlichen Eindrücke auch beurteilen können. Und noch elementarer: Dazu müsste sie erst einmal sinnliche Ein-drücke fühlen. Anders gesagt, dazu bräuchte die Maschine ästhetisches Vermögen. Ich er-laube mir die Vorhersage, dass keiner Maschine dergleichen einprogrammiert werden kann; dazu müssten die menschlichen Programmierer erst einmal selber wissen, was es ist.
Das substanzielle Problem ist: Unser Gehirn steckt in einem Leib, dem es selber als sein Teil angehört. Jegliche Wechselwirkung (die man erst beobachten könnte, wenn man eine "Schnittstelle" aufgefunden hätte) zwischen dem Gehirn und seinem Leib ist zugleich eine mittelbare Wechselwirkung eines jeden Teils mit sich selbst. Schon wenn wir uns das nur vorstellen sollen, schwirrt uns der Verstand: Es ist ein System.
JE
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