zuJochen Ebmeiers Realien; zu PhilosophierungenDie nächstliegende Überlegung ist: Die eine ist ein kognitiver Akt und die andere ein emo-tiver. Diese Unterscheidung stammt aber nicht aus dem beobachteten Phänomen, sondern wird von außen herangetragen. Sie muss geglaubt werden und ist nicht phänomenal-kritisch, sondern begrifflich-dogmatisch. Sie mag in der Sache berechtigt sein, aber ihre Begründung liegt außerhalb des beobachteten Vorgangs und lässt sich an ihm nicht beobachten.
So besehen sind beide allerdings nur anders, doch nicht gegensätzlich.
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Beobachten lässt sich aber der Unterschied im Vorgehen selbst. Der Perspektivenwechsel setzt voraus, dass sich das Subjekt von dem Phänomen unterscheidet, von ihm Abstand nimmt und seine Aufmersamkeit auf es, nämlich gegen es wendet. Ob es das bemerkt oder nicht - es 'setzt sich' ipso facto als Ich.
Die Empathie setzt sich dem Vorgang nicht entgegen, sondern sucht, in ihm aufzugehen. Sie behandelt den Unterschied als aufgehoben. War es vorher ein Ich, so geht es nun unter und will selber der Andere werden. Ist es beim Perspektivenwechsel tätig, verhält es sich in der Empathie leidend. Einmal ist das Ich der Andere, das andre Mal ist es der Andere des Andern. Weder stammt jene aus dieser noch diese aus jener.
Das eine entstammt einer psychologischen, das andere einer philosophischen Aufgaben-stellung. Welche von beiden die jeweils angemessene ist, entscheidet sich nicht im Akt sel-ber, sondern an dem Kontext, in dem er stattfindet.
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Stehen aber beide im selben Kontext neben einander, werden sie zu einem Gegensatz, weil sie da nicht hingehören.
Nota. Das
obige Bild gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie
der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht
wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog. JE
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