Montag, 15. Februar 2021

Musikalische Stimmung.

W. Busch
aus spektrum.de, 2. 2. 2021                                                                                                                  zu Geschmackssachen

von Stefan Kölsch

... Musik kann unsere Gefühle und Gedanken unmittelbar beeinflussen. In einer Studie stellten wir fest, dass Personen eher glaubten, in einem Lotteriespiel zu gewinnen, wenn sie vorher fröhliche Melodien gehört hatten. Dieser Optimismus verdrängt sogar die natürliche Neigung, vom Negativen auszugehen. Musik beeinflusst auch, wie hell oder dunkel wir Farben wahrnehmen. Heitere Klänge lassen Flächen oft heller erscheinen. Vielleicht hängt die frühe Prägung des Musikgeschmacks damit zusammen, dass Pubertierende auf Grund des Umbaus in ihrem Gehirn Emotionen besonders intensiv erleben. Das neuronale Beloh-nungssystem wird in dieser Zeit durch den Botenstoff Dopamin stark aktiviert. Viele Her-anwachsende suchen in der Musik zudem Trost oder Ablenkung. Die Stücke, die ihnen in dieser schwierigen Zeit geholfen haben, lösen dann im späteren Leben ebenfalls gute Gefühle aus.

Man kann in jedem Alter neue Präferenzen ausbilden. Ich zum Beispiel konnte lange Zeit mit dem Komponisten Gustav Mahler nichts anfangen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich Zugang zu seiner teilweise dissonanten Musik gefunden habe ...

 

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