Montag, 22. Februar 2021

Nichts gilt ohne Voraussetzung.

Hiroshi Sugimoto                                                                                                 zu Philosophierungen

Nichts gilt ohne Voraussetzung. Was gelten will, muss sich rechtfertigen können.

Die Vorstellung von etwas, das ohne Voraussetzung gilt, ist die Idee von einer Gottheit.

Bleibt die Frage, ob es die Voraussetzung von Allem oder nur die Voraussetzung der Vor-stellung von allem sein kann. Denn ist es bloß letzteres, dann ist es keine Gottheit, sondern lediglich die Subjektität selber; nicht einfach ich, sondern jeder, der an meiner Stelle stünde. 

Über diese Einsicht stolpert man nicht einfach in der Anschauung. Die findet man nur, wenn man danach gesucht hat, in der Reflexion. Das ist der Unterschied zwischen dogma-
tischer und kritischer Philosophie.

 

Bemerke übrigens: Jede Aussage, die Anspruch auf Geltung macht, ist eo ipso ein Vorurteil  über die Gültigkeit ihrer Gründe.

 

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