Sonntag, 27. Februar 2022

Das untrügliche Kriterium von Vernunft in der Welt.

fotocommunity                 zu Wissenschftslehre - die fast vollendete Vernunftkritik

a. Ohne eine Einwirkung auf ihn kann ich nicht wissen oder ihm nachweisen, dass er nur überhaupt eine Vorstellung von mir, von meiner bloßen Existenz habe. Gesetzt auch, ich erscheine als Objekt der Sinnenwelt und liege in der Sphäre der für ihn möglichen Erfah-rungen, so bleibt doch immer die Frage: ob er auf mich reflektiert habe; und diese kann er lediglich sich selbst beantworten.

b. Ohne Handeln auf ihn nach dem Begriffe von ihm als vernünftigem Wesen kann ich ihm nicht nachweisen, dass er mich notwendig für ein vernünftiges Wesen hätte ansehen müs-sen, so gewiss er selbst Vernunft hat. Denn jede Äußerung der Kraft kann von einer mecha-nisch wirkenden Natur-Macht herkommen. Nur die Mäßigung der Kraft durch Begriffe ist untrügliches und ausschließendes Kriterium der Vernunft und der Freiheit.
_______________________________________________________________________J. G. Fichte, Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre, SW Bd. III, S. 45 

 

Nota. -  "Nur die Mäßigung der Kraft durch Begriffe ist untrügliches und ausschließendes Kriterium der Vernunft und der Freiheit."

 

 

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