aus Philosophierungen Auch das Individuum ist in der Wissenschaftslehre nicht das, was in Biologie oder Psycho-logie so heißt. Es ist vielmehr das bestimmte einzelne vernünftige Wesen in seinem Ver-hältnis – auch Gegensatz – zu den anderen vernünftigen Wesen. Was nicht zu seiner Ver-nünftigkeit gehört – Sinnlichkeit, Leidenschaft, Irr tum – , kommt noch nicht in Betracht.*
Individuum im Sinne der Wissenschaftslehre ist derjenige, der auf dem Weg der Bestim-mung seines Wollens in der Reihe all der andern vernünftigen Individuen schon ein ge-wisses Stück zurückgelegt hat.
Und genau besehen ist vernünftig überhaupt erst seine Wechselwirkung mit jenen.
*) Der Geschmack ist ein irisierendes Zwischending.
Nota I. - Die Wissenschaftslehre ist entgegen einem weit verbreiteten Missverständnis keine Entwicklungsgeschichte des Bewusstseins, sondern eine Bestimmung dessen, was Vernunft ist.
4. 5. 17
Nota II. - Um es klar herauszusagen: Wirk lich
wird Vernunft überhaupt erst im historisch-wirklichen Individuum. Bis
dahin befinden wir uns noch mitten in der Transzendendalphi-losophie, und
dort ist alles noumenal. Es wird nicht (historisch) beschrieben, was wirklich geschieht, sondern (genetisch) hergeleitet, was es zu bedeuten hat. Die Herleitung ist eine problematische: Ob sie zutrifft, ist erst noch zu zeigen.
Dass sie zutrifft ist gezeigt, indem aus der noumenalen Herleitung ein historisch-phänome-nales vernünftiges Wesen wirklich hervorgeht - wirklich: in der sinnlichen Welt, nicht erst in der intelligiblen. Das aber geschieht erst mit dem historischen Faktum der Aufforderung durch die Reihe vernünftiger Wesen. Jetzt erst ist Vernunft wirklich; wirkend in Raum und Zeit; phänomenal, nicht erst noch noumenal in der Einbildungskraft des Transzendental-philosophen.
Und wenns letzterer erst recht bedenkt, findet er: Sie muss schon immer 'da gewesen' sein; er hätte sich ihrer sonst nicht so erfolgreich bedienen können. Für ihn war sie immer histo-risch.
Dass sie zutrifft ist gezeigt, indem aus der noumenalen Herleitung ein historisch-phänome-nales vernünftiges Wesen wirklich hervorgeht - wirklich: in der sinnlichen Welt, nicht erst in der intelligiblen. Das aber geschieht erst mit dem historischen Faktum der Aufforderung durch die Reihe vernünftiger Wesen. Jetzt erst ist Vernunft wirklich; wirkend in Raum und Zeit; phänomenal, nicht erst noch noumenal in der Einbildungskraft des Transzendental-philosophen.
Und wenns letzterer erst recht bedenkt, findet er: Sie muss schon immer 'da gewesen' sein; er hätte sich ihrer sonst nicht so erfolgreich bedienen können. Für ihn war sie immer histo-risch.
13. 6. 19
Nota III. - Für die wirklichen Individuen - dich und mich - bedeutet das: Individuell sind sie, sofern ein jedes von ihnen eine eigene Geschichte hat; seine eigene Laufbahn von Be-stimmungen, nämlich Willensakten. Die Erinnerung an Gefühltes gehört auch dazu: Nicht die Gefühle selbst werden erinnert, sondern wie sie bestimmt wurden - was sie "mir bedeu-ten".
JE
Nota.
Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden.
Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht
wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog. JE
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen