Montag, 4. Januar 2021

Newtons Geburtstag.

ENGLAND - JANUARY 01: Sir Isaac Newton (1642-1727) .Canvas. (Photo by Imagno/Getty Images) [Sir Isaac Newton (1642-1727) . Gemaelde.] Getty ImagesGetty Images  welt.de                                                                                    

aus welt.de, 4. 1. 2021                                                      4. Januar 1643: Isaac Newton (1643–1727), hat Geburtstag

Nachts widmete sich das Mathematik-Genie alchemistischen Experimenten
Mit den Zahlen eines Gutsverwalters konnte Isaac Newton wenig anfangen. Aber als Professor für Mathematik stieg er ab 1669 zum führenden Naturwissenschaftler seiner Zeit auf. Doch die Mechanik der Himmelskörper befriedigte ihn nicht.

Isaac Newton war es bei seiner Geburt am 4. Januar 1643 eigentlich bestimmt, Landwirt zu werden. Das verhinderte unvermutet der frühe Tod seines Vaters, der ein erfolgreicher Viehzüchter in Lincolnshire gewesen war, und Jahre später sein mangelndes Talent im Umgang mit betriebswirtschaftlichen Zahlen. Denn der Versuch, das Gut der Mutter zu führen, erwies sich als Fehlschlag.

Stattdessen folgte er dem Rat eines Onkels und schrieb sich an der Universität von Cambridge ein. Dort studierte er zunächst Jura, wechselte dann zur Philosophie, um schließlich sein Interesse an Zahlen zu entdecken, in der Mathematik. Damit zog er er sich während einer Pestepidemie in die Einsamkeit seines Elternhauses zurück und begann, sich Gedanken über die Theorie der Fluxionen (Infinitesimalrechnung), des Lichts und der Gravitation zu machen.

Nach Cambridge zurückgekehrt, machte Newton mit diesem Fundus schnell Karriere und wurde 1669 auf den Mathematiklehrstuhl seines Lehrers Isaac Barrow berufen. Er studierte die Optik, baute ein Spiegelteleskop, entwickelte parallel zu Gottfried Wilhelm Leibniz die Grundlagen von Differential- und Integralrechnung und formulierte mit seinem Hauptwerk „Philosophiae naturalis principia mathematica“ (1687) eine grundlegende Theorie der Himmelsmechanik. Auch seine Arbeiten über die Gezeiten- und Gravitationstheorie wiesen ihn als führenden Naturwissenschaftler seiner Zeit aus. 1703 wurde er zum Präsidenten der Royal Society gewählt, 1705 geadelt.

Doch Newton war kein Stubengelehrter. Als der Stuart-König Jakob II. Cambridge in eine katholische Universität verwandeln wollte, schloss er sich dem Widerstand an. Er vertrat seine Hochschule im Parlament in Westminster und übernahm 1696 das Amt des Hüters der königlichen Münze. Als solcher ging er scharf gegen Fälscher vor.

Doch er beschränkte sich nicht auf die rationale Wissenschaft, sondern verbrachte viel Zeit mit dem Studium von Bibel und Alchemie. Man fand heraus, dass große Teile von Newtons Bibliothek dem Geheimwissen spiritueller Bewegungen gewidmet waren, ja er verfasste selbst Texte in allegorischer Alchemistensprache.

„Heimlich des Nachts experimentierte derselbe Mensch, der über die Grundlage der gesamten Naturlehre nachsann, oft in versteckten Laboratorien“, schreibt sein Biograf Johannes Wickert. Wahrscheinlich konnte sich Newton nicht vorstellen, dass die Welt nicht nur von physikalischen Kräften zusammengehalten wurde, sondern dass daran auch Mächte jenseits des Verstandes Anteil hatten.

Seinen eigenen gebrauchte er dazu, die christliche Trintitätslehre zu verwerfen, was er allerdings vorsichtigerweise nicht zu Lebzeiten bekannt machte. So stand nichts dagegen, dass Newton am 31. März 1727 feierlich in der Westminster Abbey beerdigt wurde.

 

Nota. -  Im Hauptberuf war Newton Master der königliche Münze. Da ging es um Gold. Berüchtigt machte er sich durch seinen blutigen Eifer gegen die Falschmünzerei. Doch die Idee, echtes Gold selber zu machen, blieb ihm in dieser Stellung nicht fremd. Das trieb ihn in die Alchemie.

Die kategorische Unterscheidung von organischer und anorganischer Chemie war erst eine Errungenschaft der zweiten Häfte des neunzehnten Jahrhunderts. Newton nahm wie alle seine Zeitgenossen an, dass Gold ähnlich wie eine Pflanze aus Bergkristall erwachse. Und nachdem er sich einmal der Alchemie ergeben hatte, fand er in der Mathematik wohl keine hinreichende Sicherheit mehr.

JE

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