Citizen Cane zu Wissenschaftslehre - die fast vollendete Vernunftkrittik
§ 6
Dies ist nun, worin alles Bewusstsein enthalten ist, und woraus es deduziert wird, ist aufge-zeigt: Das Subjektive, das sich selbst Setzende; das Objektive, die praktische Tätigkeit, und das eigentlich Objektive, das NichtIch.
Objektiv hat zwei Bedeutungen: 1., im Gegensatz mit der idealen Tätigkeit, ist es die prak-tische Tätigkeit; 2., im Gegensatz des ganzen Ich, ists das NichtIch.
Von nun an haben wir die Möglichkeit des bisher Aufgestellten anzugeben, und die Bedin-gungen dieser Möglichkeit vollständig aufzuzählen. Wir haben jetzt unser bestimmtes Ziel, bei dem wir ankommen müssen, wir haben schon die Vollen/dung im Auge. Wenn wir da-hin kommen, wo wir begreifen, dass das Ich sich selbst setze als durch sich selbst gesetzt, so ist unser System geschlossen, und dies ist der Fall beim Wollen.
_______________________________________________________________________J. G. Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo, S. 63f.
Nota. - Das ursprünglich Objektive, Wirkliche, uns Gegebene ist die Anschauung der prak-tischen Tätigkeit. In der Anschauung - idealen Tätigkeit - zerfällt dies Objektive seinerseits in ein Subjektives und ein Objektives; diese beiden werden lediglich gedacht. -
Der Gang der Wissenschaftslehre ist immer der: Zu erklären ist stets das wirklich vorgefun-dene vernünftige Bewusstsein. Wenn es begreiflich sein soll, so müsste es so und so entstan-den sein... Nachfrage: Doch wie wäre das möglich? Die Antwort liegt im Aufzählen der Be-dingungen der Möglichkeit. Eine Notwendigkeit, nämlich dass es so und so kommen muss-te und gar nicht anders konnte, wird gar nicht behauptet; denn dass es wirklich so gekom-men ist, war ja eben der Ausgangspunkt. [Wird nicht nur nicht behauptet, sondern direkt bestritten: Durch Freiheit ist es so gekommen, nicht durch Notwendigkeit.]
JE, 23. 8. 16
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